Grüner Star Behandlung

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Neue Hilfe bei Grünem Star

Das zukunftsweisende Laser-Verfahren bewahrt viele Patienten vor Erblindung.

  • Weiterentwicklung der bewährten CPC-Lasertherapie
  • kann bei allen Glaukom Arten angewendet werden
  • Augenschonendes Verfahren
  • Senkung des Augendrucks bis zu 30 Prozent

Wie wird beim Augeninnendruck der Zieldruck definiert?

Gewöhnlich wird als therapeutischer Zieldruck bei einem gesicherten Glaukom zu Behandlungsbeginn ein Wert festgelegt, der 30 Prozent unter dem gemessenen Wert liegt.

Je nach

  • Verlauf der Erkrankung und
  • Abnahme der Nervenfaserschichtdicke und
  • Zunahme der Gesichtsfeldausfälle

können weitere Senkungen bis unter 10 mmHg notwendig werden.

Wie wird der Zieldruck erreicht?

Die Therapie des Grünen Stars erfolgt medikamentös und/oder mittels einer Lasertherapie oder einer Operation.

Begonnen wird die Glaukom-Behandlung mit Augentropfen, um die Produktion des Kammerwassers zu reduzieren oder den Kammerwasserabfluss zu verbessern. In der Regel werden die Tropfen lebenslang eingenommen.

Wenn der Zieldruck dauerhaft nicht erreicht wird, der Betroffene Schwierigkeiten hat, sich die Tropfen zu verabreichen oder die Tropfen nicht verträgt, ist die Operation mittels Laser oder Implantation eines XEN Gel Stents eine weitere Möglichkeit, um den Zieldruck zu erreichen.

Ist bereits ein Grauer Star vorhanden, wird dieser zuerst behandelt. Dadurch kann eine Drucksenkung von bis zu 30 Prozent erreicht werden, da eine trübe und verhärtete Augenlinse zu einem erhöhten Augendruck führen kann.

Welche Medikamente werden zur Behandlung bei Grünen Star eingesetzt?

Bei der Grüner Star Therapie kommen verschiedene Arzneimittel zum Einsatz. Hier ist ein Überblick über die am häufigsten verwendeten Arzneigruppen.

Zur Senkung der Kammerwasserproduktion:

  • Betablocker (z.B. Timolol)
  • Carboanhydrasehemmer (z.B. Dorzolamid, Brinzolamid)

Zur Verbesserung des Kammerwasserabflusses:

  • Prostaglandin-Vorstufen (z.B. Latanoprost)
  • Prostaglandin-Analoga (z.B. Travoprost, Tafluprost, Bimatoprost)

Zur Senkung des Kammerwasserabflusses und Verbesserung des Kammerwasserabflusses:

  • Sympathomimetika (z.B. Brimonidin)

Grüner Star OP

Wenn Medikamente den Augendruck nicht ausreichend und zuverlässig senken, wird eine Operation notwendig. Manchmal ergänzen sich beide Behandlungsformen. Bei einem akuten Glaukomanfall werden zuerst Augentropfen eingesetzt, um den Augendruck schnell zu senken und dann folgt eine Operation.

Lasermethoden zur Behandlung eines Glaukoms:

  • YAG-IE (Laser Iridotomie)
  • SLT (Selektive Lasertrabekuloplastik - Trabekulektomie)
  • Zyklophotokoagulation (CPC-Lasertherapie)
  • Mikrociliare Muskelmodulation (MicroCIMM)

YAG-IE (Laser Iridotomie)

Eine Laser Iridotomie wird zur Behandlung von Engwinkelglaukomen eingesetzt. Diese Glaukomart macht weniger als fünf Prozent aller Glaukomerkrankungen aus.

Ein zu enger Kammerwinkel tritt häufig genetisch bedingt auf und kommt am Häufigsten bei weitsichtigen Menschen vor. Mit steigendem Lebensalter kommt es zu weiteren Verengungen.

Bei der Laser Iridotomie macht der Laser ein kleines Loch in die Regenbogenhaut (Iris), wodurch eine Verbindung zwischen hinterer und vorderer Augenkammer erzeugt wird. Dadurch kann das Kammerwasser leichter von hinten nach vorne abfließen und der Augendruck sinkt.

Der Patient spürt das Loch im Auge nicht und hat keine dadurch bedingten Einschränkungen oder Beschwerden.

Als Nebenwirkung kann ein vorübergehender Anstieg des Augeninnendrucks entstehen, Reizungen der Augenoberfläche und Entzündungen. In seltenen Fällen treten Blutungen in der vorderen Augenkammer auf. Die Begleiterscheinungen lassen sich meist gut und schnell behandeln. Häufig klingen sie nach einiger Zeit von selbst ab.

Falls sich die kleinen Löcher in der Iris wieder schließen, ist eine erneute Behandlung notwendig.

Die relativ schmerzlose Operation wird unter örtlichen Betäubung durchgeführt und dauert ca. eine halbe Stunde.

Die Kosten für die Laser Iridotomie werden sowohl von gesetzlichen Krankenkassen als auch von privaten Krankenversicherungen übernommen.

SLT (Selektive Lasertrabekuloplastik)

SLT ist eine narbenfreie und schonende Lasertherapie des Abflusskanals. Damit werden im Kammerwinkel neue Abflussmöglichkeiten für das Kammerwasser geschaffen.

Kleinste und hochenergetische Laserimpulse wirken gezielt auf die Pigmentierung im Kammerwinkel ein. Das körpereigene Immunsystem lässt die gelaserten Zellen regenerieren, was zu einer Veränderung im Kammerwinkelgewebe führt. Dadurch verbessert sich der Abfluss, der Augendruck sinkt und der Sehnerv wird entlastet. Die Voraussetzung für diese Behandlung ist ein offner Kammerwinkel und eine sehr gute Pigmentierung.

SLT ist für die Behandlung von fast jedem Offenwinkelglaukom und bei Okulärer Hypertension geeignet. Die Wirkung ist leider nicht immer nachhaltig und muss bei erneutem Ansteigen des Augendrucks wiederholt werden. Normalerweise alle ein bis zwei Jahre.

Die OP ist schmerzarm und dauert pro Auge zwischen fünf und zehn Minuten.

Die Kosten werden von gesetzlichen Krankenkassen und privaten Krankenversicherungen I.d.R. übernommen.

Zyklophotokoagulation (CPC-Lasertherapie)

Bei der Zyklophotokoagulation wird der Teil des Ziliarkörpers (der Teil an dem das Auge „aufgehängt“ ist) verödet, der für die Kammerwasserproduktion zuständig ist. Die Verödung wird nicht mit einem energiereichen Laserstrahl, sondern mit einer Kältesonde durchgeführt. Sie führt zu einer Verringerung der Kammerwasserproduktion. Im Ergebnis sinkt der Augendruck.

Die Zyklophotokoagulation gehört zu den nachhaltigsten operativen Methoden zur Behandlung von Grünem Star. Es wird bei Primär-Glaukomen eingesetzt, bei denen andere Operationsmethoden erfolglos waren, und bei Sekundär-Glaukomen.

Nach der OP können schwere Blutungen im Auge und Vernarbungen an der Bindehaut entstehen, die weitere Operationen erschweren oder sogar unmöglich machen. Deshalb kommt dieses Verfahren nur dann zum Einsatz, wenn alle anderen Behandlungsmethoden erfolglos waren.

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Weiterentwicklung der CPC Lasertherapie: 

Das besonders schonende MicroCIMM Verfahren.

Mikrociliare Muskelmodulation (MicroCIMM)

Die MicroCIMM Behandlung ist eine Weiterentwicklung der CPC Lasertherapie. Die Energieabgabe dieser innovativen Technologie ist um einiges weniger, besser steuerbar und damit deutlich dosierter und schonender für das Auge.

Dieses Verfahren ist im Vergleich zu anderen Operationsmethoden so wertvoll, weil kein Gewebe zerstört wird.

Glaukom Behandlung MikroCimm Therapie
MicroCIMM: präzise dosierbarer Laser

Mikro-Pulse wandeln im Ziliarkörper den Muskelanteil um. Innerhalb weniger Wochen wird das Gewebe verändert, wodurch sich das Kammerwasserabflusssystem verbessert und zugleich die Kammerwasserproduktion verringert. So kann eine Senkung des Augedrucks von 30 Prozent in vier Wochen erreicht werden.

Diese Therapie ist prinzipiell für jeden Grüner Star Patienten geeignet. Der endgültige Erfolg hängt vom Fortschritt der Erkrankung ab. Auch weiteren Erkrankungen wie chronischen Entzündungen haben Einfluss darauf.

Befindet sich der Augendruck innerhalb von vier Wochen nicht im angestrebten Bereich, kann diese OP ein oder mehrmals wiederholt werden.

War der Ausgangswert des Augendrucks nicht sehr hoch, reicht oft schon ein Eingriff, um den Zieldruck zu erreichen.

Ablauf der MicroCimm-Behandlung

Die Operation erfolgt im Dämmerschlaf bei Tropfanästhesie. Der Patient bekommt vom Eingriff nichts mit und hat keine Schmerzen. In der Regel werden beide Augen gleichzeitig therapiert.

Anschließend können für wenige Tage Rötungen, ein Trockenheitsgefühl oder ein „Druck im Auge“ auftreten. Dies wird mit Augentropfen sehr gut behandelt.

Sind Augentropfen nach der MicroCIMM-Behandlung notwendig?

Das operierte Auge sollte nach der MicroCIMM-Behandlung bis zur ersten Kontrolluntersuchung nicht mit augendrucksenkenden Tropfen behandelt werden. Damit wird die Wirksamkeit des Eingriffs geprüft.

Das endgültige Ergebnis ist erst nach vier Wochen messbar. Deshalb kann eine vorübergehende medikamentöse Einnahme sinnvoll sein. Dies sollte der Patient mit seinem Augenarzt absprechen.

Wird diese augenschonende Grüner Star Behandlung von der Krankenkasse bezahlt?

Die MicroCIMM ist eine neuartige Behandlungsmethode und wurde noch nicht im Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen aufgenommen. Der Patient muss die Kosten selbst tragen.

Ob die private Krankenversicherung die Kosten übernimmt, hängt vom Tarif und der Entscheidung der jeweiligen Krankenversicherung ab. Es wird daher empfohlen, vor Behandlungsbeginn die Kostenübernahme oder die Höhe des Eigenanteils zu klären.

Die Kosten betragen ca. 900 Euro pro Auge und Behandlungssitzung.

Diese Behandlung kann auch bei einem Normaldruckglaukom angewendet werden.

Glaukom Implantate

Die Grüne Star Chirurgie hat sich in den letzten Jahren stark weiterentwickelt.

Die innovative micro-invasive Glaukomchirurgie (MIGS) zeichnet sich durch einen minimalinvasiven Eingriff mit hoher Sicherheit und schnellen Heilungsprozess aus.

XEN Glaukom Implantat

Das XEN-Implantat ist ein kleines „Schläuchen“, das eingesetzt wird, wenn das Kammerwasser nicht mehr ausreichend abfließen kann und deshalb der Augendruck zu hoch ist.

Das Implantat besteht aus biologischem Kollagen und wird während eines minimalinvasiven Eingriffs von innen durch kleinste Schnitte vom Kammerwinkel aus in die Bindehaut implantiert. Das Augenwasser wird anschließend durch das Venensystem der Bindehaut abtransportiert. Von außen ist das Implantat nicht erkennbar. Der Patient kann es nicht spüren.

XEN Gel Stent zur Glaukom Behandlung
XEN Gel Stent zur Glaukom Behandlung

Das XEN Gel Stent Implantat ist für eine natürliche Augenlinse ebenso geeignet, wie für eine Kunstlinse nach einer Grauer Star (Katarakt) Operation.

Damit kann eine dauerhafte Senkung des Augendrucks von mehr als 15mmHG erreicht werden.

95 Prozent der Patienten benötigen nach einer XEN-Implantation keine weitere medikamentöse Behandlung in Form von Augentropfen.

Die Implantation wird im Dämmerschlaf mit Lokalanästhesie durchgeführt. Für den Patienten ist der Eingriff schmerzlos.

Werden die Kosten für die XEN Gel Stent Implantation übernommen?

Ja, gesetzliche und private Krankenkassen übernehmen die Kosten der Implantation des XEN-Implantats. Gesetzlich Versicherte müssen vor der Operation bei ihrer Krankenkasse die Übernahme der Sachkosten beantragen und genehmigen lassen.